Herbert-und-Greta-Wehner-Platz: Probleme benennen, Lösungen entwickeln

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Am Rande einer Veranstaltung sprachen mich mehrere Harburgerinnen und Harburger auf die Situation am Herbert-und-Greta-Wehner-Platz an: In dessen östlichen Bereich hat sich insbesondere in den Abendstunden eine verfestigte Trinkerszene entwickelt, die zu Nutzungskonflikten führt – für die betroffenen Menschen ebenso wie für andere Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Raums. Eine kurze Recherche ergab, dass das Problem alles andere als neu ist.

Solche Situationen lassen sich weder ignorieren noch mit einfachen Mitteln lösen. Reine Verbote greifen häufig zu kurz, weil sie Probleme oft lediglich verlagern. Ein ausschließlich sozialarbeiterischer Ansatz wiederum kann bestehende Konflikte im öffentlichen Raum nicht vollständig auflösen. Wer das eine gegen das andere ausspielt, wird der Realität nicht gerecht.

Unser Ansatz ist daher bewusst integriert. Wir wollen klären, welche bestehenden Angebote der Suchthilfe und Straßensozialarbeit im Umfeld des Platzes bereits wirken und wie ihre Reichweite eingeschätzt wird. Gleichzeitig soll geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen ordnungsrechtliche Instrumente – etwa ein Alkoholkonsumverbot – sinnvoll, verhältnismäßig und rechtssicher eingesetzt werden können. Entscheidend ist dabei nicht die Symbolik einer Maßnahme, sondern ihre tatsächliche Wirkung.

Ziel ist nicht Verdrängung. Ziel ist ein funktionierender öffentlicher Raum: ein Ort, der genutzt werden kann, ohne dass Konflikte dauerhaft eskalieren oder einzelne Gruppen den Platz faktisch dominieren. Das erfordert mehr als eine einzelne Maßnahme. Es erfordert einen nüchternen Blick, die Bereitschaft zur Differenzierung und die Einsicht, dass einfache Antworten selten tragen.